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  • Rita Erne

Yin und Yang


"Yin und Yang, männlich und weiblich, hart und weich, Himmel und Erde, Licht und Dunkel, Donner und Blitz, kalt und warm, gut und schlecht... das ist die Wechselwirkung der gegensätzlichen Prinzipien, die das Universum formen."

Konfuzius


Wir wissen alle um die Gegensätze des Lebens, welche in Konfuzius Zitat beschrieben sind.


Kürzlich war ich in meinem "Hauswald" spazieren und bin auf meinen Wegen diesem Bild begegnet.

Was für ein Sinnbild der Gegensätze, welches da die Natur mir so einfach präsentierte. Wunderbar grüne Bäume auf der einen Seite, doch etwas kahle Bäume auf der gegenüberliegenden Seite und der Wurzelpfad in der Mitte.


Für mich persönlich war dies das perfekte Bild der universellen Prinzipien. Unsere Welt besteht aus den Gegensätzen, wir sehen sie auf beiden Seiten und dürfen unseren Pfad in der Mitte suchen. Der Pfad der Mitte, der Pfad der Einheit, der Pfad der Balance zwischen Yin und Yang.


Diese Balance zwischen Sonnen- und Schattenseiten ist die grosse Kunst des Lebens. So gerne flüchten wir uns in die Sonnenseiten, in unsere Wünsche, unsere Hoffnungen und in die Leichtigkeit des Lebens.

Doch wir alle wissen, die andere Seite ist stets vorhanden und präsent, auch wenn wir sie manchmal nur allzu gerne ablehnen. Und zwischendurch überrollen uns unsere Schatten, welchen wir zu wenig Beachtung schenkten.


Die Gratwanderung und das Wahrnehmen der Gegensätze ist die grosse Herausforderung, welcher wir uns immer wieder stellen können, müssen oder dürfen. Sehe und spüre ich die die Vielfalt der Emotionen und nehme alle an? Bin ich stark zwischen Himmel und Erde verankert? Fühle ich in der Kälte meine eigene Wärme oder umgekehrt? Nehme ich meine innere weibliche Seite sowie meine innere männliche Seite wahr, unabhängig davon ob ich Frau oder Mann bin und gebe beiden den benötigten Raum und die richtige Stimme?

Erst wenn ich sehe, dass zu Licht automatisch Schatten gehört und Schatten nur durch Licht entstehen kann, bin ich bereit, auf dem Pfad in der Mitte zu gehen.


Der Pfad der Mitte ist der Pfad des Herzens, welcher ohne Wertung und Einschränkung beide Seiten sieht und annimmt, was gerade ist. Aus der Perspektive des Herzens bin ich einfach glücklich im Wissen, dass gleichzeitig auch Trauer vorhanden ist. Vielleicht bin ich ängstlich und sehe doch, dass ich in verschiedenen Bereichen meines Lebens voll und ganz im Vertrauen bin. Ich bin unter Umständen wütend, spüre aber dass ich über ganz vieles anderes sehr froh und glücklich bin. Ich bin ausgeglichen, obwohl alle vielfältigen Emotionen und Farben in meiner Welt sich zeigen.


Dieser Pfad der Mitte und das Bewusstsein, dass stets und in jedem einzelnen Moment die ganze Vielfalt der Gegensätze vorhanden sind machen mich stark. Dieser Wurzelweg hilft mir, mich zu positionieren in den Gegensätzen, sie zu betrachten, aus einer neutralen Position mir selbst zu begegnen und einfach wahrzunehmen, was ich sehe, fühle und erlebe. Und wenn ich über eine Wurzel stolpere auf diesem Weg und tendenziell auf eine Seite rutsche, sehe ich doch immer gleichzeitig den Pfad und die andere Seite aus meiner Perspektive. So bin ich bereit, dem Leben zu begegnen.







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